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Landratsamt Dillingen  |  E-Mail: poststelle@landratsamt.dillingen.de  |  Online: http://www.landkreis-dillingen.de

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Landratsamt Dillingen a.d.Donau

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Letzte Änderung:
20.10.2017
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Landratsamt rät zum vorsichtigen Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner

Seit einigen Jahren weitet sich das Verbreitungsgebiet des Eichenprozessionsspinners in Bayern erheblich aus. Auch im Landkreis Dillingen wird das Insekt immer mehr zu einem Problem. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren kommt der Schädling im Landkreis fast flächendeckend und mit deutlich erhöhten Populationsdichten vor. Das Landratsamt als untere Naturschutzbehörde rät deshalb zur Vorsicht.

Grossansicht in neuem Fenster: EichenprozessionsspinnerDie Falter sind unscheinbar grau gefärbt mit schwach ausgeprägten dunkleren Querlinien. Sie können weit fliegen und werden durch Lichtquellen im Siedlungsbereich angelockt.

Beim Eichenprozessionsspinner handelt es sich um einen Nachtschmetterling, der von Ende Juli bis Anfang September schwärmt.

 

Er neigt besonders in Trockenjahren zu Massenvermehrungen, wobei lichte Eichenwälder, Alleen, Bestandsränder und Einzelbäume in warmtrockenen Jahren bevorzugt werden. Hier ist besondere Vorsicht geboten.

 

Das Weibchen legt seine Eier an dünnere ein- bis zweijährige Zweige im oberen, möglichst besonnten Kronenbereich größerer Eichen. Mit dem Eichenaustrieb Anfang Mai schlüpfen die Raupen.

Etwa Mitte Juni bilden die Raupen die gefährlichen Brennhaare aus. Diese sind brüchig, in­nen hohl, mit Widerhaken versehen und enthalten den Giftstoff Thaumetopoein.

 

Die älteren Raupen bilden große Gespinstnester an Stämmen und in Astgabelungen. Von hier aus wandern die Raupen aus den hohen Kronen schrittweise zu ihren Fressplätzen, wobei sie Prozessionen in Form von breiten Bändern bilden. Wenn die Raupen etwa Augenhöhe erreichen, ist die Gefährdung des Menschen besonders groß.

 

Der Eichenprozessionsspinner trägt Gifthaare, die auf der Haut und an den Schleimhäuten toxische und/oder allergische Reaktionen hervorrufen. Die Beschwerden reichen von heftig juckenden Hautausschlägen (Raupendermatitis) bis zu Asthmaanfällen.

Nicht nur der direkte Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner ist gesundheitsschädlich. Die Gespinstnester können mehrere Jahre als feste Gebilde erhalten bleiben. Somit können die Gifthärchen mehrere Jahre in der Umwelt intakt bleiben. Gesundheitsprobleme können somit auch außerhalb der Raupenperiode auftreten. Die mikroskopisch kleinen Gifthaare können bis zu 200 Meter weit mit dem Wind vertragen werden.

 

Das Landratsamt rät zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen:

 

  • Grundsätzlich sollte die Befallstelle gemieden werden

  • Raupen und Gespinste sollten nicht berührt werden

  • Nach einem Kontakt mit Raupenhaaren sollte die Kleidung sofort gewechselt und ein Duschbad mit Haarreinigung genommen werden

  • Empfindliche Hautbereiche (z.B. Nacken, Hals, Unterarme) sollten besonders geschützt werden

  • Auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen sollte verzichtet werden, solange die Raupennester erkennbar sind.

  • Bei Auftreten von allergischen Symptomen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden

     

 Die untere Naturschutzbehörde weist ausdrücklich darauf hin, dass die Bekämpfung wegen gesundheitlicher Belastung und spezieller Arbeitstechnik nur von Fachleuten durchzuführen ist. Beratend stehen das Fachpersonal der unteren Naturschutzbehörde, der Forstverwaltung und der Gesundheitsverwaltung zur Verfügung.

Als Koordinationsstelle für Standortmeldungen des Eichenprozessionsspinners fungiert das Landratsamt Dillingen, untere Naturschutzbehörde, Herr Fluhry, Tel. 09071/51-182.

 

 

Dillingen a.d.Donau, 06.05.2016

Peter Hurler, Pressesprecher

Tel.Nr. 09071/51-138


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