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Landratsamt Dillingen a.d.Donau

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Letzte Änderung:
15.12.2017
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Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien - AOK Bayern fördert das Projekt "Kiasu" in Dillingen

 

          
 
                      

    

 

                                      Gemeinsame Presseinformation

 

 

In Familien, in denen ein Suchtmittel eine dominierende Rolle spielt, verbirgt sich meist seelische Not. Besonders die Kinder haben in diesem Umfeld keine Möglichkeit, kindgerecht aufzuwachsen. Deshalb wurde im Landkreis Dillingen das Präventionsprojekt „KIASU – Kinder aus suchtbelasteten Familien“ ins Leben gerufen. Die Geschäftsstelle der Gesundheitsregionplus am Landratsamt Dillingen hat hierfür zusammen mit dem Caritasverband für die Diözese Augsburg e.V. eine finanzielle Projektförderung beantragt. Die AOK Bayern fördert das Vorhaben mit rund 12.250 Euro über die Initiative „Gesunde Kommune“.

 

Die Suchtfachambulanz Dillingen führt das Projekt durch. Die Geschäftsstelle der Gesundheitsregionplus Landkreis Dillingen übernimmt die organisatorische Abwicklung.

 

  

Umfragen zufolge haben 70 Prozent der von den bayerischen Suchtberatungsstellen der Caritas betreuten Frauen und 54 Prozent der Männer eigene Kinder. „Doch Kinder werden selten in der Rolle als Kinder suchtkranker Eltern wahrgenommen“, weiß Barbara Habermann, Referatsleitung Sucht und Psychiatrie beim Diözesancaritasverband Augsburg. Die Kindheit der Betroffenen ist häufig geprägt von Angst und Unsicherheit sowie einem Mangel an emotionaler Zuwendung. Das Projekt „Kiasu - Kinder aus suchtbelasteten Familien“ beschäftigt sich mit Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 16 Jahren, bei denen ein oder beide Elternteile durch Alkohol oder Drogenprobleme belastet sind. Ursprünglich wurde der Bedarf im Arbeitskreis Jugendhilfe Kinder- und Jugendpsychiatrie des gemeindepsychiatrischen Steuerungsverbundes (GPSV) erfasst und diskutiert. Daraus entstand ein gemeinschaftliches Vorhaben des Landratsamtes und der Caritas für die Diözese Augsburg e.V./Suchtfachambulanz Dillingen. Die AOK Günzburg fördert mit der Anschubfinanzierung über rund 12.250 Euro diese Unterstützungsmaßnahme. „Denn nicht nur das Risiko der Kinder, selbst suchtkrank zu werden ist um ein 6-faches erhöht, die Kinder haben oft auch mit Gewalt, emotionaler Belastung, Verschwiegenheit und Isolation zu kämpfen“, weshalb diese präventive Maßnahme so wichtig ist, erklärt Sabine Schmidt, Leiterin der Suchtfachambulanz Dillingen.

 

  

Die AOK Günzburg unterstützt im Rahmen der Initiative „Gesunde Kommune“ verschiedene Städte, Gemeinden oder Landkreise, die das Wohlbefinden und die Gesundheit ihrer Bürger steigern wollen. Jede Kommune, die ein Präventionsprojekt plant, kann dafür bei der AOK finanzielle Förderung anfragen. Dies hat die Gesundheitsregionplus in Dillingen erfolgreich getan. „Die rund 12.250 Euro sind eine gute Investition in eine hoffentlich gesunde Zukunft der betroffenen Kinder und Jugendlichen“, freut sich AOK-Direktor Hermann Hillenbrand bei der Übergabe des Förderzertifikats an Landrat Leo Schrell. „Ich freue mich über die gute Netzwerkarbeit mit den beteiligten Akteuren und dass die Caritas für die Diözese Augsburg e.V. das Projekt auch nach der Projektförderung im Landkreis fortführen wird. Somit ist die Basis für eine nachhaltige Präventionsarbeit gelegt“, so Leo Schrell. Die Geschäftsstellenleitung der Gesundheitsregionplus Carolin Rolle betont, dass mit der finanziellen Projektförderung der AOK ein wichtiger Beitrag zu einer ertragreichen Netzwerkarbeit geleistet wird.

 

  

Grundlage für den Förderrahmen bildet der Leitfaden Prävention, der für jede gesetzliche Krankenversicherung gilt. Kommunen können ihr Projekt über ein spezielles Formular beschreiben, das die AOK auf Anfrage per E-Mail zur Verfügung stellt. Präventionsexperten der AOK prüfen dann, ob und in welcher Höhe eine finanzielle Unterstützung möglich ist und informieren und beraten interessierte Kommunen in allen Fragen rund um die Initiative „Gesunde Kommune“. Weitere Informationen gibt es unter www.aok.de/bayern/gesundekommune.

 

  

Das Projekt „Kiasu“ ist ein Gruppenangebot für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien und konnte am 01.07.2017 starten. Ab Oktober werden 2 Gruppen 14tägig, Freitagnachmittags von 15:00 bis 17:00 Uhr jeweils für Kinder von 6 bis11Jahren und von 12 bis 16 Jahren angeboten. Es können jederzeit weitere Kinder angemeldet und aufgenommen werden.

 

Bei den regelmäßigen Treffen erhalten betroffene Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, sich altersgerecht auszutauschen und schwierige Lebenssituationen verstehen zu lernen. „In Einzel- und Gruppengesprächen versuchen wir, individuelle Lösungen für die betroffenen Familien zu finden“, so  Jessica Ochsenbauer, Gruppenleitung und Mitarbeiterin der Suchtfachambulanz Dillingen. Ziel ist es, den Kinder zu vermitteln, dass es nicht ihre Aufgabe ist, die Familie zusammen zu halten und Verantwortung für diese zu übernehmen. „Typische Rollenmuster wie die unbewusst übertragene Verantwortung im Familienleben sollen unterbrochen werden, damit kindgerechte Bedürfnisse wieder gelebt werden können“, so Ochsenbauer weiter.

 

  

„Um eine Teilnahme an unserem Präventionsprojekt den Kindern zu ermöglichen, ist es notwendig, die Eltern zu motivieren ihren Kindern dieses Hilfsangebot zukommen zu lassen. Dafür ist es oft nötig, eigene Schuld- und Schamgefühle zu überwinden. Dabei helfen die Mitarbeiterinnen der Suchtfachambulanz Dillingen“, so Frau Schmidt, Suchttherapeutin in Erst- und Einzelterminen. Eine Kontaktaufnahme ist jederzeit telefonisch möglich, um eine Elterngespräch auch außerhalb der Öffnungszeiten zu vereinbaren.

                 Suchtfachambulanz Dillingen, Regens-Wagner-Str.2

                 Telefonische Erreichbarkeit:

                 Mo- Fr. 9.00 bis 12:00 Uhr und Mo. u. Mi 13:00 bis 15:30 Uhr

                 Tel: 09071 7 11 36

 

    

          Grossansicht in neuem Fenster: Projekt Kiasu Dillingen

   

    

Bei der Übergabe des Zertifikats „Gesunde Kommune“ im Bild von links:    Dr. Uta-Maria Kastner (Fachbereich Gesundheit Landratsamt Dillingen), Carolin Rolle (Geschäftsstelle Gesundheitsregionplus), Landrat Leo Schrell, Direktor Hermann Hillenbrand (AOK Günzburg, Sabine Schmidt (Leiterin der Suchtfachambulanz Dillingen) und Jessica Ochsenbauer (Gruppenleitung und Mitarbeiterin der Suchtfachambulanz Dillingen)

 

   

           Dillingen a.d.Donau, 09.11.2017

           Peter Hurler, Pressesprecher

           Tel.Nr. 09071/51-138


 

 

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