Grußwort von Landrat Leo Schrell
Der Landkreis Dillingen in Zahlen
Geschichte des Landkreises Dillingen
Der Kreistag und seine
Ausschüsse
Kreiseinrichtungen
Familienportal
Soziale Dienste
Pflege- und Wohnplatzbörse
Energieberatung und
Klimaschutzkonzepte
Behördenwegweiser - Landratsamt
Pressemitteilungen
und
Amtsblatt
ÖPNV
Gewerbliche Wirtschaft
Sehenswürdigkeiten, Kultur, Freizeit
Gastronomie und Unterkünfte
Kommunen
Stichwortsuche
Links
|
|
Ehemaliges fürstbischöfliches Schloss (Schloßstr. 3) jetzt Amtsgericht und Finanzamt.
An dem größten Baudenkmal der Stadt haben gleichsam die Jahrhunderte gebaut. Folgende Bauphasen sind heute noch an der Bausubstanz ablesbar:
- Der älteste Teil in sichtbarem Buckel- quadermauerwerk gehört nach Meyer 1960, S.1, der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts an. Damals sind zwei Bergfriede und ein dazwischen gestellter Wohnbau (Palas) von den Grafen von Dillingen aufgerichtet worden. Der Kern dieser Anlage ist im jetzigen Nordflügel noch überkommen.
1258 ging die Anlage sowie die Stadt Dillingen durch Schenkung von Bischof Hartmann, Sohn des letzten Grafen Hartmann IV., in den Besitz des Hochstiftes Augsburg über und verblieb dort bis zur Säkularisierung.
- Der Umbau der Wehrburg war um 1450 beendet. Die Baumaßnahme war durch den Aufstieg Dillingens zu einer Residenz- und Hauptstadt des Hochstiftes Augsburg veranlasst.
- In den Jahren 1458-1520 erfolgte die Umwandlung zum gotischen Burgschloss. Im Zuge der Baumaßnahme wurde der Westflügel angefügt. Der Nordflügel wurde durch die Schlosskapelle verlängert. Auch im Osten wurde ein Flügel errichtet.
- Der Südflügel wurde unter Kardinal Otto von Waldburg (1543-1573) angefügt.
An der Südwestecke baute er 1554-56 den Rundturm, den sog. "Heiligen Turm", an. Den Westflügel erhöhte er um ein Geschoss.
- 1595 Erhöhung des Nordwestturmes um ein quadratisches und drei oktogonale Geschosse, bezeichnet am Zifferblatt der Uhr.
- Um 1740 Ehrenhof und Torhalle im Norden durch Johann Caspar Bagnato gestaltet. Dadurch konnte eine geradlinige Verbindung zur Stadt geschaffen werden.
Trotz aller Umbauten und Erweiterungen hat das Schloss seinen mittelalterlichen Wehrcharakter beibehalten.
Besonders sehenswert an dem Bauwerk sind:
- das Denkmal für Graf Hartmann IV. und seinen gleichnamigen Sohn, Bischof von Augsburg, an der Innenhoffassade des Ostflügels, um 1485. Zwischen den beiden Stifterfiguren ist das Modell des damaligen Schlosses zu erkennen.
- Schlosskapelle St. Johannes im Nordflügel, um 1485; Wessobrunner Stuck, bez. 1686; an der Südwand das Wappen des Auftraggebers Johann Christoph von Freyberg (1665-1690).
- Kleiner Rittersaal im ersten Stock des Südflügels, ein langgestreckter Raum mit bemalter Holzdecke um 1595/1605; in 40 Rautenfeldern Embleme, Grotesken und Arabesken, für die als Vorlage das Emblembuch des Joachim Camerarius diente. Sie verdeutlichen ein moralisches Lebensprogramm.
Zwei Beispiele sollen hier herausgegriffen werden:
Emblem 1 führt eine der Sonne zugewandte Sonnenblume vor. Auf dem Bildrahmen sind die lateinischen Worte "NON INFERIORA SECTVS" zu lesen, d. h. nicht nach unten, sondern zu Gott lenke den Blick.
Emblem 40 belebt ein Löwe, der aus einer Schale frisst, die ihm eine Frau reicht. Der Iconrahmen bietet die Aufschrift: "SEMPER IN METV", d. h. immer besorgt sein bei Gunsterweisen.
- Kapelle St. Franz von Sales, Rundkapelle im "Heiligen Turm" mit hoher, sechsteiliger Kuppel; Stuck wohl von Kaspar Feichtmayr, um 1690; in der Portalnische das Wappen von Kardinal von Waldburg, des Erbauers.
Besichtigungen und Auskünfte
Besichtigung: Von April mit Oktober im Rahmen der sonntäglichen Stadtführung (Treffpunkt: 13:30 Uhr vor dem Rathaus).
Auskünfte: Städtisches Verkehrsamt, Rathaus, Königstraße 37/38, 89407 Dillingen a.d. Donau; Tel. 0 90 71/54-108.
Text: Georg Wörishofer
Fotos: Christian Maushart
|