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![]() Ehemalige Synagoge in Binswangen
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Die Anwesenheit von Juden in Binswangen ist ab 1525 quellenmäßig gesichert. Sie hatten sich mit Duldung des Herrschaftsinhabers östlich des alten Dorfes, an der Landstraße nach Wertingen, angesiedelt. Im Jahre 1864 betrug ihr Anteil an der Binswanger Gesamtbevölkerung 38,4 %. Durch die Abwanderung in die Städte und durch die Auswanderung in die USA sank die Mitgliederzahl ab. 1933 waren es nur noch 4,1 %. Am 27. Juli 1942 wurden die letzten drei Juden im Rahmen der Deportation aus Binswangen abgeführt. Auf Dauer kehrte nach dem II. Weltkrieg kein jüdischer Mitbewohner mehr nach Binswangen zurück. Ehemalige Synagoge (Judengasse 3) An der Stelle einer Vorgängersynagoge errichtete Leonhard Christa aus Zusamaltheim den Kultusbau 1836 und 1837. Als Vorbild für das Bauwerk in Binswangen diente die Synagoge in Ingenheim, jetzt Billigheim-Ingenheim (Landkreis Südliche Weinstraße; Bundesland Rheinland-Pfalz). Dort begegnet uns zum ersten Mal im Synagogenbau das maurische Motiv des Hufeisenbogens in den Fenstern und im Portal. Das ehemalige Gotteshaus ist heute die älteste der im neomaurischen Stil aufgeführten Synagogen in Deutschland. Der geringe Abstand zur anreinenden, dichten Bebauung war ursächlich, dass die Synagoge in der Pogrom-Nacht 1938 nicht in Flammen aufging. Der Landkreis Dillingen a.d. Donau erwarb 1987 den als Lagerraum genutzten Kultusbau. Nach der umfassenden Restaurierung wurde er am 20. Oktober 1996 als Begegnungsstätte "Alte Synagoge" eröffnet. Besondere Beachtung an dem Sakralbau verdienen: Im Äußeren:
Durch die Verwendung von Architekturelementen, die sonst im Hausbau in Binswangen nicht anzutreffen sind, hob und hebt sich die Synagoge im Äußeren deutlich von der üblichen, örtlichen Bebauung ab. Dadurch wollte ein selbstbewusstes Judentum ihr Anderssein betonen. Im Gegensatz dazu steht die Synagoge in Lauingen (Donau) aus dem 16./17. Jahrhundert, die sich im aufgehenden Mauerwerk kaum von den umgebenden Häusern dieser Zeitstufe unterscheidet.
Öffnungszeiten Jeden 2. Sonntag im Monat von 14:00 - 17:00 Uhr und nach Voranmeldung beim Kulturamt im Landratsamt Dillingen a.d. Donau, zugleich Geschäftsstelle des Förderkreises Synagoge Binswangen e.V. (Telefon 09071/51-145, Frau Regensburger-Glatzmaier). Das Kulturamt gibt auch Auskünfte zu Veranstaltungen in der Begegnungsstätte "Alte Synagoge" und vermittelt Führungen in der Synagoge (Gebühr 1,-- € pro Person). Neben der Synagoge erinnern an die Juden in Binswangen:
Fotos: Christian Maushart
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